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DIE FISCHEREI IN OBERBAYERN

EIN HANDWERK MIT TRADITION

Die Geschichte der oberbayerischen Berufsfischer ...

 ... reicht bis zum Beginn des letzten Jahrtausends zurück. Das Recht zur Fischereiausübung wurde meist als Fischlehen von einem Kloster oder Adeligen erteilt. Die Fischer hatten im Gegenzug Abgaben an ihre Lehnsherren zu leisten. Bis in das 19. Jahrhundert war der größte Teil der Fische aus den oberbayerischen Seen dem Königlich Bayerischen Hofküchenamt vorbehalten. Jeder Fischer war zur Abgabe verpflichtet und so wurden vor allem die edlen Fischarten zu festgelegten Preisen von den "Hof-Fischkäuflern" abgeholt.

 Ende des 17. Jahrhunderts zeichnete sich ab, dass auf den Seen zunehmend ungelernte Fischer zugange waren. Sowohl der königliche Hof, als auch die ausgebildeten Seenfischer waren deshalb an einem engeren Zusammenschluss interessiert. In der Folge organisierten sich die ausgebildeten Fischer in Zünften, es folgten Fischereivereine, die heutigen Fischereigenossenschaften und schließlich auch die Genossen-schaft der oberbayerischen Teichwirte und Seenfischer.

... Erfahrungen & Fertigkeiten - über Generationen vermittelt

 

 Wohl in kaum einem anderen Beruf, dürfte sich im Laufe der Jahr- hunderte so wenig verändert haben wie in der Seenfischerei. Natürlich werden die Fanggeräte heute nicht mehr von Hand gestrickt und sie sind auch nicht mehr aus Baumwolle oder Hanf, sondern aus Kunststoff. Auch wird nur mehr in seltenen Fällen gerudert, die Fischerboote werden vielmehr mit PS starken Motoren betrieben. Aber das Prinzip der Fischerei, die Handhabung der Reusen, Zug- und Stellnetze unter- scheidet sich heute nur geringfügig von deren früherer Verwendung.

 Im Zuge der Industrialisierung ist die Zahl der auf Oberbayerns Seen tätigen Fischer kontinuierlich zurückgegangen. Trotzdem reichte die Fischerei lange aus, den Bedarf der umliegenden Orte und zum Teil auch der Stadt München aus den oberbayerischen Seen zu bedienen. Dies trifft heute so nicht mehr zu, denn die Nachfrage nach frischem Fisch nimmt stetig zu, während die Fischereierträge und die Zahl der Fischer weiter abnehmen.