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DIE FISCHEREI IN OBERBAYERN

HEGT UND PFLEGT DIE FISCHE IN DEN OBERBAYERISCHEN SEEN

Tiefseesaiblinge

Ein Saibling ist nichts Besonderes. Ihn gibt’s in Bächen, Flüssen, Seen und Teichen und entsprechend in allen gut sortierten Fischgeschäften. Saibling ist aber nicht gleich Saibling. So können zwei Seen in Oberbayern mit einer besonderen Saiblingsart aufwarten: dem Tiefseesaibling.

 Sowohl im Ammers- als auch im Königsse stellen die Tiefseesaiblinge eine eigene Art dar. Im Königsee wurden die Saiblinge (Salvelinus monostichus) vermutlich irgendwann vor Jahrhunderten eingebürgert. Im Ammersee wurden Saiblinge hingegen nie besetzt. Der Tiefseesaibling (Salvelinus evasius) ist daher sogar als “Urfisch“ des Sees zu betrachten und blieb wahrscheinlich über Jahrhunderte von jeglichen Züchtungen unbeeinflusst.

 Die Teifseesaiblinge leben in Wassertiefen von mehr als 40 m. Sie unterscheiden sich schon rein äußerlich von den Wildfang-saiblingen die beispielsweise im Walchensee, Starnberger See oder im Tegernsee vor- kommen. Die Tiefseesaiblinge sind klein- wüchsig. Sie werden kaum 100 Gramm schwer, sind meist weißlich-grün bis silbrig gefärbt, haben verhältnismäßig große Augen und ein rötliches fettreiches Fleisch.

EINE BESONDERE SPEZIALITÄT

 

 Sowohl im Ammersee als auch im Königsee sind die Tiefseesaiblinge in ihrem Bestand nicht gefährdet. Sie werden fischereilich genutzt. Vor allem am Königsee stellen die kleinen Saiblinge eine ganz besondere Spezialität dar. Die Fische werden dort als so genannte Schwarzreiter veredelt. Schwarzreiter erhalten ihren unvergleichlichen Geschmack in dem sie auf dünnen Holzspießen über einem Haselnussrost geräuchert werden. Bei guten Fängen, serviert der Fischer vom Königsee traditionell an Kirchweih in St. Bartholomä den ersten Schwarzreiter. Die Schwarzreiter sind weit über die Grenzen Berchtesgadens hinaus als Delikatesse bekannt. So sollen bereits 1160 geräucherte Saiblinge vom Königssee in ein Heerlager Kaiser Friedrich Barbarossas nach Oberitalien verschickt worden sein.