verbandgeschichteberuf & ausbildungfischverkaufrezeptefischartenverkaufsstellen standpunktlinksimpressum

DIE FISCHEREI IN OBERBAYERN

HEGT UND PFLEGT DIE FISCHE IN DEN OBERBAYERISCHEN SEEN

Die Renke

der "Brotfisch" der oberbayerischen Berufsfischer

 Renken sind wohlschmeckende Speise- fische und gehören zu den prägenden Fischarten der oberbayerischen Seen. Ihr Anteil an den Fangerträgen der Berufsfischer liegt fast an allen Seen deutlich über 50%. Entsprechend wird die Renke gemeinhin auch als „Brotfisch“ der oberbayerischen Fischerfamilien bezeichnet.

ES GIBT BODEN- UND SCHWEBRENKEN

 

 Renken gehören zu den Forellenfischen. In unseren Seen gibt es Arten, die in erster Linie Würmer und Larven vom Boden fressen und vor allem Schwebrenken, die sich im tiefen Freiwasser der Seen aufhalten und ihre Nahrung – vor allem kleine Krebse und Wasserflöhe – gezielt aus dem Wasser schnappen.

 Die Zeit in der die Renken in unseren Seen intensiv fressen, dauert meist von Mai bis September. In diesem Zeitraum bewegen sich die Fische vorwiegend in den oberen 20 Metern der Seen. Ab Herbst, wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, ziehen sich die Renken in die Tiefe der Seen zurück und zehren von den über den Sommer angelegten Reserven. Sie kehren dann bis zum Frühjahr nur noch einmal an die Wasseroberfläche zurück, nämlich um abzulaichen.

IM HERBST BEGINNT DIE LAICHZEIT, ...

 

 die Fischer stellen daher Anfang Oktober die Renkenfischerei ein. Das Weibchen (der Rogner) gibt meist Anfang Dezember seinen Laich nahe der Oberfläche ins Wasser ab, wo er vom Sperma des Männchens (Milchner) befruchtet wird und zum Gewässergrund absinkt. Am Seegrund entwickelt sich dann bei 4°C die nächste Renkengeneration, die erst zum Ende des Winters in Form fast unsichtbarer Larven schlüpft. Die kaum 1cm großen Larven steigen schnurstracks an die Wasseroberfläche, wo die ersten warmen Sonnenstrahlen praktisch die Babynahrung der Renken heranwachsen lassen. Bei ausreichender Nahrungsgrundlage erreichen Renken so nach drei Jahren ein Gewicht von 250 bis 300 Gramm.

DIE LANGSAME LAICHENTWICKLUNG KANN LEICHT GESTÖRT WERDEN ...

 

 Bedauerlicherweise ist die Renkenfischerei daher an den oberbayerischen Seen immer wieder von zum Teil dramatischen Ertrags- einbrüchen gekennzeichnet. So hat ein massiver Sauerstoffmangel am Seegrund – verursacht durch die Nährstoffbelastung – in einigen oberbayerischen Seen ein natürliches Renkenaufkommen über Jahre hinweg praktisch unmöglich gemacht. Während man diesem Manko mit einer Erbrütung von Renkenlaich in Bruthäusern noch entgegen- wirken konnte, stellen die aktuellen Ertragseinbrüche die oberbayerischen Fischer vor ein bislang nicht zu lösendes Problem:

DIE RENKEN ZIEHEN SICH ZU FRÜH IN DIE TIEFE ZURÜCK ...

 

 und hören auf zu Fressen. In der Folge ist ihr Wachstum stark verlangsamt und es fehlen ihnen die für den Winter notwendigen Reserven. So kommt es in einigen Seen sogar immer wieder vor, dass ganze Renkengenerationen über den Winter hinweg verenden.