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DIE FISCHEREI IN OBERBAYERN

HEGT UND PFLEGT DIE FISCHE IN DEN OBERBAYERISCHEN SEEN

Der Perlfisch

eine Besonderheit des Chiemsees und ...

 Der Perlfisch hat seinen Namen von dem intensiven, dornenartigen Laichausschlag, der die Männchen während der Fortpflanzung zeichnet. Die Fische haben einen walzen-förmigen Körper, einen langen Schwanzstiel und eine kräftige Schwanzflosse. Der Perlfisch ist bei uns seit jeher nur im Chiemsee und dessen Abfluss, der Alz, zu Hause. Wie die ältere Generation der ortsansässigen Berufsfischer berichtet, bildete der Perlfisch dort bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts dichte Bestände. Der Perlfisch ist damit ...

... eine der seltensten Fischarten Deutschlands!

Die Fischart lebte fast das ganze Jahr in der Tiefe des Chiemsees und kam nur im Frühjahr an die Oberfläche, um in den Zu- und Abläufen des Sees abzulaichen. So zogen die Perlfische Jahr für Jahr zu Hunderten kilometerweit in die Alz um auf den dortigen Kiesbänken ihren Laich abzulegen.

ALS DIE BESTÄNDE DRASTISCH ABNAHMEN

 

 Ausgang des vergangenen Jahrhunderts beeinträchtigte die zunehmende Verschlammung der Alz die Funktions-tüchtigkeit der Laichplätze derart, dass eine Entwicklung dort abgelegter Perlfischeier nicht mehr möglich war. Den Rest vernichtete dann der vor Ort anwachsende Kormoranbestand, so dass die Fischart zwischenzeitlich in Bayern praktisch ausgestorben war.

 Obwohl der Perlfisch keine wirtschaftliche Rolle spielt, ist er doch eine schützenswerte Art. Daher taten sich Anfang der 90er Jahre die Fischereifachberatung beim Bezirk Oberbayern, die Fischereigenossenschaft Chiemsee und der Fischereiverband Oberbayern zusammen und riefen ein Projekt ins Leben mit dem Ziel der

WIEDEREINBÜRGERUNG DES PERLFISCHS IM CHIEMSEE

 

 Die Überlegung: laichreife Perlfische aus den Seen des nahen österreichischen Salzkammerguts fangen, abstreifen, die Eier in der Fischbrutanstalt der Chiemseefischer erbrüten und die geschlüpften Perlfische in den Chiemsee setzen. Die Verwandtschaft der österreichischen und bayerischen Perlfische wurde durch ein Gutachten der Universität Weihenstephan bestätigt und so wurden von 1995 bis 2003 über eine Million kleine Perlfische in den Chiemsee gesetzt. Und siehe da es werden wieder größere Perlfische gefangen. Darunter waren 2005 erstmals wieder einige Männchen mit erkennbarem Laichausschlag und 2006 die ersten Weibchen mit Laich -

... EIN KLARER ETAPPENSIEG

 

 Doch werden die Perlfische im Chiemsee wieder geeignete Laichplätze finden? Können sie dort ungestört ablaichen? Sind geeignete Lebensräume für die Jungfische in der Alz vorhanden und schaffen die heranwach-senden Fische den Weg zurück in den See?

 Die Situation der Laichplätze hat sich in der Alz zweifelsohne zum Positiven entwickelt. Was den Fischereisachverständigen aber Sorge macht, ist der nach wie vor immens hohe Fraßdruck durch den Kormoran und den Gänsesäger. Ist das Bemühen um die Perlfische also

EIN GEFUNDENES FRESSEN DER ÜPPIGEN VOGELPOPULATION?

 

 Wie die meisten anderen Fischarten, so zeigt auch der Perlfisch zur Laichzeit praktisch kein Fluchtverhalten. Die Fische bilden zudem beim Laichzug Schwärme, die sofort die Aufmerksamkeit potentieller Räuber auf sich ziehen. Kurzum - die in die Alz ziehenden Laichfische sind für fischressende Vögel leichte Beute. Der Erfolg der Wiederbesiedelung des Chiemsees mit dem Perlfisch wird daher nicht zuletzt auch davon abhängen, in welchem Maß der Einfluss fischfressender Vögel am Chiemsee verringert werden kann.

 Andernfalls so sind sich die Fischereiexperten einig wird eine einzigartige Fischart endgültig aus dem Chiemsee verschwinden.