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DIE FISCHEREI IN OBERBAYERN

HEGT UND PFLEGT DIE FISCHE IN DEN OBERBAYERISCHEN SEEN

Der Ammerseekilch

Gibt es ihn noch? Der Kilchbestand im Ammersee ist in den letzten hundert Jahren massiv zurückgegangen. Die Fischart steht deshalb wahrscheinlich am Rande des Aussterbens. Ereilt den Kilch im Ammersee damit ein ähnliches Schicksal wie seinen Anverwandten in Chiemsee und Bodensee?

 Die kleine Bodenrenke (Coregonus bavaricus) lebt im Ammersee in 40 m bis 80 m Tiefe. Im Gegensatz zu den meisten anderen Renkenarten laichen die Kilche nicht im Winter, sondern ab Ende Juni in 40 m Tiefe über dem Grund. Vermutlich ist die zeitliche Ungleichmäßigkeit der Laichzeiten ein wesentlicher Grund dafür, dass sich die Kilche bis heute nicht mit den anderen Renkenarten des Sees vermengt haben und die Fischart als endemische, also einzigartige Renkenart erhalten geblieben ist.

DER KILCH WAR EINE WIRTSCHAFTLICH BEDEUTENDE FISCHART

 

 Anfangs des 20. Jahrhunderts war der Kilch noch ein bedeutender Speisefisch. Die Fische wurden im Ammersee mit eigens gefertigten, etwa 70 cm hohen Bodennetzen in Tiefen von 60 m gefangen. Einige Ammerseefischer waren sogar auf die Kilchfischerei spezial-isiert.

EINBRUCH

 

 Dann nahm der Kilch stetig ab. Der Ichthyologe Erich Wagler führte dies zu Beginn der 1930er Jahre wesentlich auf die Überfischung der Fischart zurück. Die Fischer gaben vor allem der Begradigung der Ammer (Bau der Neuen Ammer) und der dadurch veränderten Lebensbedingungen die Schuld. Hinzu kam, dass der Ammersee in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts stark eutrophiert wurde. Die Sauerstoff-verhältnisse verschlechterten sich in der Tiefe, dem Lebensraum der Kilche rapide - die Kilchbestände nahmen weiter ab.

 Obwohl sich die Wasserqualität des Sees mit Fertigstellung der Ringkanalisation 1971 inzwischen wieder deutlich verbessert hat und trotzdem der Kilch seit Jahrzehnten nicht mehr befischt wird, konnten sich die Kilch-bestände im Ammersee bis heute nicht wirklich erholen. Möglicherweise hat sich die Population auf einem sehr geringen Level stabilisiert. Die IUCN (International Union for Conservation of Nature) führt den Ammerseekilch jedenfalls längst als vom Aussterben bedrohte Fischart es besteht Handlungsbedarf!